Beratung und Begleitung

Die fa:rp berät zu pädagogischen Interventionen und Präventionsmaßnahmen im Umgang mit rechtsextremen Phänomenen. Mitarbeiter*innen der Fachstelle beraten per Telefon oder E-Mail und verweisen an andere geeignete Stellen auf örtlicher, Landes- und Bundesebene. Bei Bedarf können mögliche Handlungsschritte besprochen, Materialien empfohlen und weitergeleitet werden oder eine Beratung zu geeigneten Zugängen der Prävention und Intervention stattfinden. Zudem können natürlich auch Präventions- und Distanzierungsangebote von Cultures Interactive e.V. gebucht werden. Eine Übersicht über bundesweite Präventionsangebote finden Sie ebenfalls im Infoportal Rechtsextremismusprävention des Kompetenznetzwerks.

Tagung „Nichts als Krise(n)?“

Jugendarbeit in Zeiten vielfältiger gesellschaftlicher Herausforderungen

Tagung am 10. und 11. November in Berlin

Finanzkrise, Pandemie, Klima- und Umweltkrise, Kriege, Flucht und Vertreibung – die Liste aufeinander folgender und nebeneinander stattfindender Krisen der letzten Jahre ist lang und scheint absehbar auch nicht kürzer zu werden; die Krise als Dauerzustand und „neue” Normalität. Gesamtgesellschaftlich ringen wir um Einordnung und Lösungen, dabei sind die verschiedenenen Positionen und deren Artikulation lauter und polarisierter geworden. Auch Jugendliche sind hier mittendrin, beteiligt und betroffen. Sie blicken neben der entwicklungspsychologischen Aufgabe, Krisen zu bewältigen, auch auf eine krisenhafte Zukunft.

Soziale und demokratische Kompetenzen bei Jugendlichen stärken

Auf diese komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen bieten extrem rechte und demokratiefeindliche Strömungen scheinbar einfache Antworten. Gleichzeitig zeigen sich auch Teile der sogenannten gesellschaftlichen Mitte offen für Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und demokratiefeindliche Strömungen. An sie konnten extrem rechte Akteur*innen in den letzten Jahren anschließen und so eine Normalisierung von menschen- und demokratiefeindlichen Haltungen bewirken. Wie können Jugendliche in dieser krisenhaften Zeit begleitet und unterstützt werden, um widerständig gegen Menschen- und Demokratiefeindlichkeit zu werden? Auf der Tagung am 10. und 11. November 2022 möchte die Fachstelle Rechtsextremismus­prävention (fa:rp) gemeinsam mit Fachkräften und Multiplikator*innen der Jugend- und Bildungsarbeit in Workshops und Austausch­formaten Antworten auf diese Frage finden. Dabei sollen auch Handlungs­perspektiven für die Jugend- und Bildungs­arbeit eröffnet werden, die das kritische und eigenständige Denken der Jugendlichen fördern und soziale wie demokratische Kompetenzen stärken.

Programm und Anmeldung

Das Programm der Tagung können Sie hier als PDF herunterladen. Auf dieser Seite können Sie sich für die Veranstaltung anmelden. Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos.

Weiterbildungen

Wir bieten verschiedene Weiterbildungen für pädagogische Fachkräfte an. Unter anderem zur Rechtsextremismusprävention, zum Umgang mit rechtsextrem orientierten Jugendlichen, zur Distanzierungsarbeit oder zu jugendkultureller politischer Bildung. Format, Dauer sowie Inhalte stimmen wir mit Ihnen und Ihrer Einrichtung bedarfsgerecht ab. Um eine höchstmögliche Einbindung aller Teilnehmenden zu gewährleisten, führen wir unsere Bildungsmaßnahmen stets prozessorientiert durch.

Alle Fortbildungen im Überblick (PDF) Mehr Infos? Oder gleich eine Fortbildung buchen?

 

Basisschulung Rechtsextremismusprävention

Mit welchen Phänomenen haben wir es zu tun? Wie sind Bezeichnungen wie Neue Rechte, extreme Rechte, Rechtspopulismus oder Rechtsextremismus einzuschätzen? Mit welchen Themen sprechen rechtsextreme Gruppierungen Menschen besonders an? Welche persönlichen oder biografischen Faktoren befördern eine Hinwendung zu rechtsextremen Gruppierungen und Denkweisen? Wie verlaufen Radikalisierungsprozesse und welche Rollen spielen dabei Genderaspekte und das persönliche Umfeld?

Die Basisschulung Rechtsextremismusprävention führt Berufseinsteiger*innen und weitere Interessierte aus Jugend(sozial)- und Präventionsarbeit grundlegend in den Phänomenbereich Rechtsextremismus, in Hinwendungs- und Radikalisierungsprozesse sowie in Präventionsansätze ein. Die Schulung ist eintägig und kann bei Bedarf auch als Online-Fortbildung stattfinden.

Modulare Fortbildung: Handlungskompetenzen im Umgang mit rechtsorientierten/gefährdeten Jugendlichen

Was können Jugend(sozial)arbeiter*innen tun, wenn sie mit rechtsextremen Phänomenen konfrontiert sind? Die modulare Fortbildung vermittelt anhand eines Interventionsplans aufeinander aufbauende Handlungsschritte, um selbstständig Situationen erkennen und einschätzen zu können, sich die nötige Unterstützung zu holen und pädagogische Präventions- wie Interventionsmaßnahmen anbieten zu können. Dazu werden Erkenntnisse zu Rechtsextremismus, zu Hinwendungs- und Distanzierungsprozessen, Übungen zur Reflektion der eigenen Haltung, zu Gesprächsführungsstrategien, Selbstevaluations-Tools und vieles mehr vorgestellt.

Die Fortbildung richtet sich an Fachkräfte aus Schule, Jugendarbeit, Jugendhilfe, Jugendsozialarbeit und Studierende und ist auf fünf Module à zwei Tage angelegt. Nach Bedarf kann sie vor Ort und in verkürzter Form durchgeführt werden. Sie wurde mit dem „PHINEO-Wirkt“-Siegel ausgezeichnet.

Genderbewusste Rechtsextremismusprävention

Voremanzipatorische Rollenbilder von Männlichkeit und Weiblichkeit, Hass auf Frauen*, Antifeminismus oder die Abwertung von LGBTIQ+ sind grundlegend mit Rechtsextremismus verwoben. In diesem praxisorientierten Online-Seminar geht es deswegen um:
· Genderthemen im Rechtsextremismus, die stark auch in die sogenannte „Mitte der Gesellschaft“ hineinwirken.
· Geschlechtsspezifische Rollenangebote („Doing Gender“) in rechtsextremen Szenen und deren mögliche Attraktivität für Mädchen* und Jungen* im Jugendalter.
· Aspekte von Familie und Kindeswohl im Kontext von Rechtsextremismus.
· Davon ausgehend werden pädagogische Ansätze und geeignete Zugänge für eine genderbewusste Prävention vorgestellt. Dort werden wir auch Erfahrungen aus dem Projekt WomEx mit einbringen: In diesem EU-weiten Projekt hat cultures interactive e.V. herausgearbeitet, dass neue Zugänge und Anspracheorte einbezogen werden müssen, um auch Mädchen* und Frauen* in der Distanzierungsarbeit zu erreichen.

Train-the-Trainer: Weiterbildung zu Fair Skills – jugendkulturelle politische Bildung

Die Fair-Skills-Qualifizierung richtet sich an alle, die schon in Medien-, Jugendkultur- oder Jugendorganisationsarbeit tätig sind oder künftig in diesem Bereich tätig sein wollen. Die Teilnehmenden erfahren, wie sie Medien- und Jugendkulturarbeit zur Reflektion von gesellschaftlichen Phänomenen nutzen und wie sie systematisch Workshops aufbauen, die Inhalt und Praxis miteinander verbinden. Außerdem erlernen sie Handlungskompetenzen für eine menschenrechtsorientierte Jugendarbeit und wie sie Gruppen konstruktiv und mit Spaß anleiten.

Referent*innen aus verschiedenen Jugendkulturen, Medienarbeit oder politischer Bildung vermitteln Methoden und Konzepte für Workshops und Projekte an Schulen, in der Jugendarbeit oder in Feriencamps. Während der Fortbildung erarbeiten die Teilnehmenden zudem eigene Workshops (zum Beispiel in den Bereichen Graffiti, Skateboarding, Foto, DJing oder Rap), in denen sie Menschenrechtsbildung, politische Themen und jugendkulturelle bzw. Medienpraxis miteinander verbinden.

Die in den Trainings zertifizierten Teilnehmer*innen erhalten die Gelegenheit, bei regionalen oder bundesweiten Projekten zu hospitieren und Workshopleitungen im Tandem mit erfahrenen Referent*innen zu übernehmen.

Infos (PDF)

Weiterbildung zur Distanzierungsarbeit

In dieser Fortbildung geht es um das in der Fachstelle für Distanzierungsarbeit von cultures interactive entwickelte Verfahren des intensivpädagogischen Einwirkens auf rechtsaffine und rechtsextrem orientierte junge Menschen – in einem akteur*innenübergreifenden lokalen Kooperationszusammenhang mit der Jugendhilfe und weiteren Hilfesystemen. Die Methodik der Distanz-Trainings im Einzel- und Gruppensetting entspricht einem systemisch-lösungsorientierten Vorgehen, das auch Eltern- und Umfeldberatung einbezieht; ferner menschenrechts­orientierte Jugendarbeit in „kritisch-zugewandter Haltung“, professionelle Vertrauens- und Beziehungsbildung, narrative Biografie-Arbeit, sozialräumlich basierte (Selbst)Reflexion, Anti-Gewalt-Arbeit. Gegebenenfalls kommen Tataufarbeitung, Auseinandersetzung mit Neutralisierungs- und Entschuldungsgesten, intensivpädagogische politische Bildung, sowie Zielentwicklung und das Erarbeiten von „funktionalen Äquivalenten“, das heißt von sinn- und erlebnisstiftenden Alternativen zu menschenfeindlichen und gegebenenfalls rechtsextrem motivierten Lebensweisen, hinzu.


Weiterbildung zu Narrativen Gesprächsgruppen

Die Fortbildung vermittelt das von cultures interactive entwickelte Verfahren der Narrativen Gesprächsgruppen an Schulen, das eine innovative Form der intensivpädagogischen politischen Bildung darstellt. Narrative Gruppenarbeit wird als Faktor des nonformalen Lernens im Bereich Sprache und Demokratie eingesetzt und im Rahmen einer wöchentlichen Schulstunde der Regelunterrichtszeit in Gruppen von zehn bis 14 Schüler*innen von externen Leiter*innen durchgeführt. Die Fortbildung behandelt narratologische Grundlagen, Techniken und Haltungen der themenoffenen Gruppenleitung, der erzählgenerierenden Gesprächsführung, Moderation von Gruppendynamik, variablen Setting-Gestaltung per Gruppenteilung und Time-Out-Raum, des Schnittstellenmanagements mit dem Fachunterricht und den psychosozialen Einzelinterventionen bzw. der Distanzierungs- und Ausstiegsarbeit. Bei Bedarf können auch gruppenübergreifende Konflikt- und Mobbing-Mediation Teil der Fortbildung sein.

Mehr Infos zu den Narrativen Gesprächsgruppen

Intervisionsgruppen

Für die intensive Begleitung von schwierigen Prozessen im Bereich Rechtsextremismus und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit im Rahmen der Jugend(sozial)arbeit bietet die Fachstelle Rechtsextremismusprävention Intervisionsgruppen an. Die Intervisionsgruppen ermöglichen die gemeinsame Reflektion der eigenen Haltung und einen Austausch mit Kolleg*innen – ein wichtiges Element für eine nachhaltige Präventionsarbeit.

Sie möchten an den Intervisionsgruppen teilnehmen?

Menschen sitzen im Kreis
Fachtreffen Jugendarbeit

Cultures Interactive e.V. organisiert regelmäßig Fachtreffen mit Vertreter*innen von Bundes- und Landesverbänden der Jugend(sozial)arbeit, um einen vertrauensvollen Fachaustausch zu speziellen Problemlagen in Bezug auf menschenverachtende, demokratiefeindliche oder rechtsextreme Phänomene herzustellen. Inhaltlich werden in den Treffen Hintergründe zu (jugendkulturellen) Erscheinungen von Rechtsextremismus besprochen, auch im Kontext von Familie, Gender oder sozialer Herkunft. Dabei werden regionale Herausforderungen spezifisch beleuchtet und Bedarfe ebenso wie Empfehlungen gemeinsam formuliert. Diese finden Eingang in die Arbeit der Verbände der Jugend(sozial)arbeit, werden über deren Kanäle veröffentlicht und dort diskutiert. Zudem können weitere Empfehlungen für Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik in Bezug auf Rechtsextremismus und Jugend(sozial)arbeit vorbereitet werden.

Sie möchten an den Fachtreffen teilnehmen? Dann melden Sie sich gern per E-Mail bei uns.

kontakt@farp.online

Summer School
Summer School 2019

Die Summer School von Cultures Interactive e.V. ermöglicht einen intensiven Fachaustausch ebenso wie die Weiterbildung und Vernetzung unterschiedlicher Akteur*innen aus Prävention, politischer Bildung und Jugend(sozial)arbeit. An fünf Tagen tauschen sich bis zu 100 Teilnehmer*innen zu Ansätzen und Handlungsorientierungen aus, die geeignet sind, menschenverachtenden und demokratiefeindlichen Haltungen entgegenzuwirken. In unterschiedlichen Formaten wie Impulsreferaten, Workshops, Dialogforen oder Methodenwerkstätten werden Themen theoretisch wie praktisch bearbeitet. Zudem gibt es Raum und Zeit für kollegiale Beratung sowie das Erproben, Diskutieren und Weiterentwickeln von Praxisansätzen. Dabei werden menschenrechtsorientierte und demokratiestärkende Handlungskompetenzen gestärkt.  

Fachaustausch und Vernetzung

2021 fand die Summer School als Online-Veranstaltungsreihe statt. In Vorträgen und Workshops ging es um Rechtsextremismusprävention und politische Bildungsarbeit in den Lebensphasen Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter. Weitere Informationen zur Summer School finden Sie außerdem auf der Homepage von cultures interactive.

Sie interessieren sich für die Summer School? Dann melden Sie sich per Mail: kontakt@farp.online

Illustration einer Weiterbildung
Jugendliche im Workshop